Fundstück: Agathe Lasch – Portrait

Bildnachweis: UHH/Arbeitsstelle für Universitätsgeschichte

Die renommierte Germanistin Agathe Lasch wurde 1923 als erste Professorin an die Universität in Hamburg berufen. Sie erforschte in zahlreichen, Schule machenden Schriften die mittelniederdeutsche, ‘plattdeutsche’ Sprache. Ihren Arbeitsplatz hatte sie bis zu ihrer Entlassung durch die nationalsozialistische Gleichschaltung u.a. im damaligen Bornplatz 1-3 – unserem heutigen Gebäude für Sozialwissenschaften. „Fundstück: Agathe Lasch – Portrait“ weiterlesen

Ulrich Thiele über Peter Niesen, Jeremy Bentham: Unsinn auf Stelzen. Schriften zur Französischen Revolution (2013)

Peter Niesen ist seit 2013 Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politische Theorie an der Universität Hamburg und Mitglied des Bentham Committee am University College London. Zu seinen Forschungsgebieten zählen die Politische Philosophie der Aufklärung (Kant, Bentham), die Theorie verfassunggebender Gewalt jenseits des Staates sowie die politische Theorie des Mensch-Tier-Verhältnisses.

Ulrich Thiele ist Privatdozent an der Universität Heidelberg und dort als akademischer Mitarbeiter beschäftigt. Er ist einer der produktivsten Ideenhistoriker der Bundesrepublik. 2002 ist er an der Goethe Universität Frankfurt mit einer Arbeit über Carl Schmitts Sieyes-Rezeption habilitiert worden. Seine Geschichte politischer Ideen (2. Auflage, Marix 2014) zieht eine Linie von den Theorien des Gesellschaftsvertrags zum modernen Rechts- und Sozialstaat. „Ulrich Thiele über Peter Niesen, Jeremy Bentham: Unsinn auf Stelzen. Schriften zur Französischen Revolution (2013)“ weiterlesen

David Weiß über Elvira Rosert, Die Nicht-Entstehung internationaler Normen: Permissive Effekte in der humanitären Rüstungskontrolle (2019)

Elvira Rosert ist Juniorprofessorin für Politikwissenschaft, insbesondere Internationale Beziehungen, an der Universität Hamburg und am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg. In ihrer Dissertation, die nun auch als Monographie erschienen ist und in der sie sich mit der langen Nicht-Entstehung der Streumunitionsverbotsnorm auseinandersetzt, verbinden sich ihre Forschungsschwerpunkte: Normenforschung, (humanitäres) Völkerrecht und internationale Institutionen.

David Weiß studiert seit 2016 Politikwissenschaft im Bachelor am Fachbereich. Seit diesem Jahr ist er Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. „David Weiß über Elvira Rosert, Die Nicht-Entstehung internationaler Normen: Permissive Effekte in der humanitären Rüstungskontrolle (2019)“ weiterlesen

Distanzierte Annäherung. Peter Niesen zu Jürgen Habermas‘ Hamburger Ehrendoktorwürde 1989

Jürgen Habermas, geb. am 18. Juni 1929 in Düsseldorf, ist emeritierter Professor für Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Zu seinen Hauptwerken zählen die Theorie des kommunikativen Handelns (1981), Faktizität und Geltung (1992) und Auch eine Geschichte der Philosophie (im Erscheinen, 2019). Habermas ist 1961 in Marburg mit seiner Arbeit zum Strukturwandel der Öffentlichkeit in Politikwissenschaft habilitiert worden; die Initiative zur Verleihung der Ehrendoktorwürde des damaligen Fachbereichs Philosophie und Sozialwissenschaften an der Universität Hamburg 1989 ging vom Institut für Politische Wissenschaft aus.

Peter Niesen ist seit 2013 Professor für Politikwissenschaft, insbesondere Politische Theorie, an der Universität Hamburg. Er war 2007 Gründungsmitglied des Exzellenzclusters „Herausbildung normativer Ordnungen“. Zu seinen neueren Veröffentlichungen zählt “Reframing civil disobedience: Constituent power as a language of transnational protest“, Journal of International Political Theory (2019). 1990 war Niesen Tutor zu einem Seminar von Jürgen Habermas über Ernst Cassirers Philosophie der symbolischen Formen. „Distanzierte Annäherung. Peter Niesen zu Jürgen Habermas‘ Hamburger Ehrendoktorwürde 1989“ weiterlesen

Udo Bermbach über politikwissenschaftliche Anschlussmöglichkeiten an Habermas‘ Theorie des kommunikativen Handelns

Der Fachbereich Philosophie und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg hat am 14. Dezember 1989 Jürgen Habermas die Ehrendoktorwürde verliehen. Udo Bermbach ging in seiner Rede auf die bisher unabgegoltenen politikwissenschaftlichen Anregungen in Habermas‘ Theorie des kommunikativen Handelns (1981) ein. Wir veröffentlichen im Folgenden einen Ausschnitt aus seiner Laudatio.

Udo Bermbach war von 1971 bis 2001 Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Hamburg und gehört zu den Gründern der Sektion für Politische Theorie und Ideengeschichte in der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft. Sein Aufsatzband Demokratietheorie und politische Institutionen erschien 1991. Bermbach hat in einer Reihe von Publikationen seit den 1990er Jahren das Musiktheater, insbesondere das Gesamtkunstwerk Oper bei Richard Wagner, für die politische Ideengeschichtsschreibung erschlossen. „Udo Bermbach über politikwissenschaftliche Anschlussmöglichkeiten an Habermas‘ Theorie des kommunikativen Handelns“ weiterlesen

Elvira Rosert über Andreas von Staden, Strategies of Compliance with the European Court of Human Rights. Rational Choice Within Normative Constraints (2018)

Andreas von Staden ist Juniorprofessor für Politikwissenschaft, insbesondere Global Governance, an der Universität Hamburg und Leiter des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts „On the Causal (In)Significance of Legal Status: Assessing and Explaining Compliance with the ‘Views’ of the UN Human Rights Treaty Bodies“. Nach seiner Promotion in Princeton war er unter anderem als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Technischen Universität Darmstadt und Assistenzprofessor für Internationale Organisation an der Universität St. Gallen tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind internationale Institutionen, Recht und Politik sowie Menschenrechte.

Elvira Rosert ist Juniorprofessorin für Politikwissenschaft, insbesondere Internationale Beziehungen, an der Universität Hamburg und am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg. Sie wurde 2016 an der Goethe-Universität Frankfurt promoviert, und hat als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Öffentliches Recht und Völkerrecht an der Universität Gießen, an der Professur für Internationale Institutionen und Friedensprozesse an der Goethe-Universität Frankfurt sowie an der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung geforscht und gelehrt. Ihre Forschungsschwerpunkte sind internationale Institutionen und (humanitäres) Völkerrecht. „Elvira Rosert über Andreas von Staden, Strategies of Compliance with the European Court of Human Rights. Rational Choice Within Normative Constraints (2018)“ weiterlesen

Stefan Oeter über Albrecht Mendelssohn Bartholdy und das Institut für Auswärtige Politik

Albrecht Mendelssohn Bartholdy wurde 1920 auf einen Lehrstuhl für Auslandsrecht und Internationales Privatrecht berufen. Im Jahr 1923 gründete er das Institut für Auswärtige Politik, das unter dem Namen Institut für internationale Angelegenheiten noch heute in der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg existiert. Die juristische Graduiertenschule trägt seinen Namen. Mendelssohn Bartholdy wurde 1933 sein Lehrstuhl, 1934 die Leitung des Instituts entzogen. Er starb 1936 im Oxforder Exil.
Ein Blogeintrag zu Mendelssohn Bartholdys “Der Volkswille” ist ebenfalls auf Politik 100×100 erschienen

Stefan Oeter ist seit 1999 Professor für Öffentliches Recht, Europarecht und Völkerrecht an der Universität Hamburg. Er gehört zu den profiliertesten Völkerrechtlern und Föderalismus-Experten der Gegenwart. Sein hier erscheinender Beitrag ist eine adaptierte Version eines Aufsatzes in der Fakultätsfestschrift „100 Jahre Rechtswissenschaft an der Universität Hamburg“, die in diesem Jahr bei Mohr Siebeck erscheinen wird. Stefan Oeter ist Direktor des Instituts für internationale Angelegenheiten. „Stefan Oeter über Albrecht Mendelssohn Bartholdy und das Institut für Auswärtige Politik“ weiterlesen

Lisbeth Zimmermann über Antje Wiener, Contestation and Constitution of Norms in Global International Relations (2018)

Antje Wiener ist, nach Professuren an den Universitäten von Belfast und Bath, seit 2009 Professorin für Politikwissenschaft, insbesondere Global Governance, an der Universität Hamburg. 2012 hat sie gemeinsam mit James Tully die Zeitschrift Global Constitutionalism gegründet, seit 2017 ist sie By-Fellow von Hughes Hall an der Universität Cambridge. Contestation and Constitution of Norms in Global International Relations, erschienen 2018 bei Cambridge University Press, ist entstanden im Rahmen eines opus magnum-Fellowships der Volkswagen-Stiftung,

Lisbeth Zimmermann ist Professorin für Internationale Beziehungen an der Zeppelin-Universität Friedrichshafen. Sie hat 2012 an der TU Darmstadt promoviert und Forschungsprojekte an der Goethe-Universität und der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung geleitet. 2017 erschien Global Norms with a Local Face. Rule-of-Law Promotion and Norm Translation (Cambridge University Press). „Lisbeth Zimmermann über Antje Wiener, Contestation and Constitution of Norms in Global International Relations (2018)“ weiterlesen

Harald Bluhm über Leo Strauss’ Dissertation über Friedrich Heinrich Jacobi

Der Philosoph Leo Strauss hat bei Ernst Cassirer über die Erkenntnistheorie von Friedrich Heinrich Jacobi promoviert. Über Stationen in Berlin, Paris und Cambridge gelangte er an die New School for Social Research und die University of Chicago. Seine modernitätskritische Philosophie hat einen nachhaltigen Einfluss in der akademischen Politikwissenschaft und in der amerikanischen Außenpolitik gewonnen; in der politischen Ideengeschichte ist seine Unterscheidung zwischen offenen, ‚exoterischen‘ und versteckten, ‚esoterischen‘ Lehren bedeutender Philosophen weiterhin einflussreich. 1965 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Hamburg verliehen.

Harald Bluhm ist Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Herausgeber der ‚Schriften zur Europäischen Ideengeschichte‘. 2016 war er Fellow am Maimonides Centre for Advanced Studies der Universität Hamburg. Im Jahr 2000 ist er an der Humboldt-Universität mit der Schrift ‚Die Ordnung der Ordnung. Das politische Philosophieren von Leo Strauss‘ (Berlin, 2. Aufl., 2007) habilitiert worden. „Harald Bluhm über Leo Strauss’ Dissertation über Friedrich Heinrich Jacobi“ weiterlesen