Stephanie Jänsch über Andreas Grimmel und Cord Jakobeit (Hg.): Regionale Integration. Erklärungsansätze und Analysen zu den wichtigsten Integrationszusammenschlüssen in der Welt (2015)

Cord Jakobeit ist seit 2001 Professor für Internationale Beziehungen an der Universität Hamburg. Von 2015 bis 2019 war er Prodekan für Internationalisierung, später für Forschung, an der WiSo-Fakultät. Zwischen 2006 bis 2016 war Cord Jakobeit Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften in Hamburg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen neben der Regionalismusforschung Entwicklungstheorien, insbesondere im Hinblick auf Afrika. Mit Rainer Tetzlaff publizierte er 2005 Das nachkoloniale Afrika. Andreas Grimmel ist Privatdozent und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich Internationale Beziehungen. Gemeinsam mit Cord Jakobeit veröffentlichte er Politische Theorien der europäischen Integration (2009). Gerade erschien seine IB-theoretische Habilitationsschrift unter dem Titel Kontextualismus. Grundlagen und Anwendungsfelder in Politik und Recht (Baden-Baden: Nomos 2019).

Stephanie Jänsch studiert im MA Politikwissenschaft an der Universität Hamburg. Ihre Rezension für Politik100x100 verfasste sie in einem Café in Dar es Salaam mit Blick aufs Meer.


„Regionale Integration bestimmt heute nicht nur das Verhältnis und die Beziehungen zwischen Staaten und ihren Akteuren und somit einen bedeutenden Teil der internationalen Politik. Auch das Leben in den jeweiligen Zusammenschlüssen wird zunehmend durch regionale Integrationsprojekte geprägt“ (Grimmel & Jakobeit 2015: 9)

Mit diesen Worten beginnen die Herausgeber Andreas Grimmel und Cord Jakobeit ihr Buch „Regionale Integration“ aus dem Jahr 2015. Sie erklären damit, warum die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit aktuellen Integrationsprozessen und ihren regionalen Diversitäten hochgradig relevant ist. Entsprechend widmet sich das Buch zunächst theoretischen Perspektiven auf Integration, um dann völkerrechtliche und ökonomischen Grundlagen zu beleuchten. Hierfür ist im ersten Schritt grundlegend zu klären, welche Prozesse und Entwicklungen von den Autor:innen als Integration diskutiert werden – und welche nicht. Obwohl Grimmel und Jakobeit die Komplexität der Begrifflichkeit und etwaige Schwierigkeiten der Konzeptualisierung an dieser Stelle nicht genauer diskutieren, schlagen sie eine grundlegende Definition vor, nach welcher (regionale) Integration als „Zusammenschlüsse“ verstanden werden sollen, die „nicht nur einen geografischen Raum umfassen, sondern vor allem auch auf Dauerhaftigkeit und Fortentwicklung (Anpassung oder sogar Erweiterung und Vertiefung) ausgerichtet sind“ (11). Hierauf aufbauend betonen sie, dass die folgenden Kapitel Integration „nicht allein in seiner statischen Dimension (als Zustand)“ (ebd.) erfassen, sondern vielmehr die kontextabhängige Prozesshaftigkeit von Integration ausarbeiten und beleuchten werden.

Diese Perspektive steht zum Teil im Widerspruch mit einigen der theoretischen Strömungen, die Jürgen Rüland und Andreas Grimmel im ersten Kapitel des Buches skizzieren, und hier insbesondere „älterer“ Ansätze, die die europäische Integration ab Mitte des 20. Jahrhunderts zum zentralen Thema ihrer Betrachtung machten. Während beide Autoren im ersten Schritt die Ursprünge der Integrationsforschung im Funktionalismus und Intergouvernmentalismus beleuchten, stellen sie hieran anschließend aktuellere Strömungen des „Neuen Regionalismus“, der Vergleichenden Regionalforschung sowie konstruktivistische Ansätze vor. Diese versuchen die frühere Zentrierung auf Phänomene europäischer Integration zu überwinden und Integration vielmehr als einen globalen Prozesse mit kontextspezifischen, regionalen Varianzen zu denken. So fördern beispielsweise die „Area Studies“ auf empirischen Analysen basierend die „Theoriebildung unter Einbeziehung nicht-westlicher Erfahrungen“ und identifizieren darüber hinaus „regionale, kulturelle, historische und politische Besonderheiten regionaler Integrationsprojekte“ (32). Hieran anknüpfend stellt das einführende Theorie-Kapitel auch neue Ansätze der Normendiffusionsforschung, die unter anderem von Jeffrey T. Checkel und Amitav Acharya geprägt wurden, sowie Studien zum Interregionalismus, die regionale Organisationen verstärkt als politische Akteure mit geteilter Identität verstehen, vor. Rüland und Grimmel reflektieren hierbei beispielsweise die Herausforderung der zahlreichen Bestrebungen den Begriff der „Region“ konzeptionell zu definieren. Sie kritisieren hierauf aufbauend, dass einige Autor:innen der vergleichenden Regionalstudieren, die versuchen, diverse Regionalorganisationen wie die „Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika“ (SADC) oder die „Verband Südostasiatischer Nationen“ (ASEAN) mit anderen Zusammenschlüssen wie der „Afrikanischen Union“ (AU) oder der „Indian Ocean Rim Association for Regional Cooperation“ (IOR-ARC) miteinander zu vergleichen, Gefahr laufen „Äpfel mit Birnen zu vergleichen“ (37) – da der Begriff der „Region“ an sich und seine konzeptionellen Abgrenzungen zu anderen Konzepten wie der „Metaregion“ unscharf bleibt (ebd.). Vor diesem Hintergrund schließt das Kapitel mit einem Appell, in welchem Grimmel und Rüland betonen, dass es zur Weiterentwicklung bestehender Theorien und Ausarbeitung neuer Ansätze wichtig sei, „die ‚richtigen‘ Fragen zu stellen“ (45). Dies erfordere Theorien sowie konzeptionelle Definitionen stets unter fortlaufendem Rückbezug auf die konkreten Hintergründe der jeweiligen regionalen Integrationsprojekte weiterzuentwickeln oder neu zu formulieren (ebd.).

Während Karsten Nowrot und Heribert Dieter in ihren Kapiteln im ersten Teil des Bandes jeweils die völkerrechtlichen sowie ökonomischen Grundlagen von regionaler Kooperation und Integration skizzieren, spiegeln die Analysen der empirischen Integrationsprojekte deren Heterogenität wider. Deutschsprachige Autor:innen wie Katharina Hoffmann, Rainer Tetzlaff und Wolfgang Muno setzen in ihren Analysen den Schwerpunkt auf empirische Fallstudien regionaler Integration in Europa, Asien, Afrika und den Amerikas. Während sich die ersten Kapitel mit europäischen Erfahrungen, wie zum Beispiel im Rahmen der „Europäischen Union“, auseinandersetzen, werden im Anschluss hieran Beispiele aus Asien, wie die “Golf-Kooperation“ (Leonie Holthaus) diskutiert. Es folgen fünf Organisationen aus Afrika, wobei die „Arabische Liga“ (Anja Zorob), auch womöglich auf Grund ihrer geographischen Schnittstelle zwischen Asien und Afrika, den Anfang macht. Die hieran anschließenden Auseinandersetzungen mit zahlreichen Beispiele aus den Amerikas schließen sowohl das „Nordamerikanische Freihandelsabkommen“ (NAFTA), sowie regionale Integrationsprozesse aus Mittel- und Südamerika, wie die „Karibische Gemeinschaft“ (Peter Thierry) und die „Andengemeinschaft“ (Wolfgang Muno), ein. Hierbei eröffnen die verschiedenen Autor:innen einen individuell gestalteten, historisch informierten und durchaus von den jeweiligen Disziplinen geprägten Einblick in die vielseitigen Projekte.

Der sich hieran anschließende Ausblick betont im Anschluss an diese Analysen erneut die empirische Vielfalt von Integration. Ziehe man diese Diversität in Betracht, ist laut Grimmel und Jakobeit jeglicher Ansatz, in welcher die EU als Vorbild oder Modell regionaler Integrationsprozesse weltweit betrachtet werde, ein Zeichen von „Engstirnigkeit“ (436) und kann für die Weiterentwicklung von Integrationstheorien „mehr Schaden als Nutzen anrichten“ (439). Vielmehr sei es angebracht und gewinnbringend, diesen Blickwinkel auf Integration kritisch zu hinterfragen und anzupassen. Entsprechend könnte europäische Integration als eine von vielen Manifestationen regionalspezifischer Integrationsprozesse gedacht und differenziert beleuchtet werden. Dieser Ansatz und weitere theoretische Grundannahmen, welche „alte“ Logiken des Realismus beziehungsweise Liberalismus überwinden, öffnen die Türen für neue Perspektiven, die nicht nur historische Kontextbezüge und Erfahrungen in den Vordergrund rücken, sondern auch nicht-staatliche Akteure stärker einbeziehen. Diese „neue Differenzierung“ (437), die den Erkenntnisgewinn über regionale Integrationsprozesse und ihr tiefergehendes Verständnis in den Mittelpunkt stellt, erkenne diese neuen Komplexitäten, Partikularitäten und Vielschichtigkeiten von Integration an und eröffne den Raum für neue Fragen und neue Debatten.

Trotz der Vielzahl neuer Perspektiven und Betrachtungsweisen von Integration stellen Jakobeit und Grimmel in gewisser Weise anklagend fest, dass wissenschaftliche Debatten über Integration obgleich der theoretisch-konzeptionellen Öffnungen noch immer ein Elitenprojekt sind, in welchem sich die wissenschaftliche Forschung in „Isolation“ befindet: „Über die Interpretation, Analyse und Deutung von Integrationsprozessen debattiert eine transnationale Forschungselite, wohingegen die Lebenswelten der Menschen in den diversen Integrationsräumen weitgehend außen vor bleiben“ (437). Vor diesem Hintergrund formulieren die Autoren abschließend die Forderung, „partizipatorische Formen des Regionalismus stärker in den Mittelgrund zu rücken“ (439) um die alten, und in gewisser Weise fehlleitenden, Gräben zu überwinden und Integration vielschichtiger zu denken.

Die Frage von Anspruch und Wirklichkeit, das Formulieren der eigenen wissenschaftlichen Leitlinien und Anforderungen und das anschließende kritische Reflektieren des eigenen Schaffens ist ohne Zweifel eine der komplexesten und zuweilen herausforderndsten Aufgaben wissenschaftlichen Arbeitens. Dies gilt auch für einen Sammelband wie „Regionale Integration“, in welchem 15 Wissenschaftler:innen aus Deutschland und Österreich mit ihren Beiträgen zu einem besseren Verständnis von Integrationsprozessen weltweit beitragen wollen. Dieser grundlegende Überblick hilft, den Leser:innen die empirischen Realitäten näherzubringen und einen Einblick in regionale Integrationsprozesse zu gewähren. Dennoch scheinen sich die Autor:innen in einigen Passagen in Widersprüchlichkeiten zu verlieren. So steht beispielsweise Grimmels und Jakobeits Klage der „Engstirnigkeit“ mit welcher die Europäische Union (EU) häufig als Vorbild für weltweite Integrationsprozesse angesehen wurde (436), in Kontrast zu ihrer darauffolgenden Einschätzung, nach welcher die europäische Erfahrung zwar nicht zu generalisieren sei, eine Übertragung in gewissem Maße aber dennoch erfolgen könne. So schreiben die Autoren:

„Das heißt zwar nicht, dass die EU als Modell generell ungeeignet wäre, weil es sich dabei um einen spezifischen europäischen Einzelfall handele. Gleichwohl kann eine Übertragung nur insoweit erfolgen, als zugleich auch andere regionale politische Agenden, historische, ökonomische und gesellschaftliche Kontexte in den jeweiligen Regionen miteinbezogen werden. Das gilt praktisch, aber vor allem auch für die analytische und theoriegeleitete Beschäftigung mit regionaler Integration, um die es in diesem Band gehen soll“ (12).

Die einleitende Ausdifferenzierung des politischen Spektrums der einzelnen Integrationsprojekte, in welcher laut Grimmel und Jakobeit die EU auf Grund ihres hohen Maßes an Ausdifferenzierung und ihren supranationalen Institutionen eine besondere Rolle einnehme, sowie die Anmerkung, dass die im Sammelband vorgestellten Integrationsprojekte kaum „eine der europäischen Einigung vergleichbare Entwicklung erwarten“ (9) und die EU noch immer für viele als „Inbegriff gelungener regionaler Integration“ (10) gesehen wird, sind starke Indizien dafür, dass europäische Erfahrungen allgemein und die EU im Besonderen noch immer als primäre Referenzpunkte zu fungieren scheinen. Gerade die Betonung der Grenzen der Übertragbarkeit und des normativem Rückbezugs, welche die Autoren anbringen, scheint gleichzeitig zu suggerieren, dass diese Perspektive bis zu einem gewissen Punkt oder eben bis zu einer gewissen Grenze, sinnhaft und weiterführend sei.

Der starke Rückbezug auf die EU manifestiert sich teilweise auch in den Diskussionen der diversen regionalen Fallbeispielen des Sammelbands. So schlussfolgert Peter Thiery in seinem Kapitel über die „Karibische Gemeinschaft“ (CARICOM) im Bezug auf den „Karibischen Gerichtshof“ und in Anknüpfung an Autor:innen wie Derek O’Brien, dass das supranationale Gericht „bis heute (noch) nicht die Bedeutung des EuGH erlangt“, was unter anderem darin begründet sei, dass es an einer „treibenden Kraft analog zur EU-Kommission“ (366) fehle. Woraus sich dieser Anspruch ableitet, also ob es sich hierbei um ein politisch formuliertes Ziel der regionalen Akteure oder um einen von diesen Akteuren entkoppelten wissenschaftlich-analytischen Vergleich handelt, bleibt an dieser Stelle offen.

Ohne Zweifel beinhaltet das Bestreben, spezifische politische Kontexte regionaler Integration auf differenzierte Art und Weise zu erschließen, auch ein tieferes Verständnis der zahlreichen agierenden Akteure in diesen Prozessen. Ein Großteil der Analysen im Sammelband bezieht sich hierbei zumindest primär auf staatliche Akteure und ihr regionales Wirken in regionalen Integrationsprozessen. Wenn Grimmel und Rüland in ihrem Theorie-Kapitel mit Verweis auf Björn Hettne auf die tragende Rolle nicht-staatlicher Akteure für Integrationsprozesse hinweisen, ist dies eine wichtige Bemerkung, die unseren analytischen Blickwinkel erweitern könnte. Wenn uns beide Autoren dann allerdings in Rückbezug auf Frederik Söderbaum vermeintlich daran „erinnern“ wollen, dass es sich bei nicht-staatlichen Akteure in Sub-Sahara Afrika zuweilen um „von Warlords beherrschte mafia-ähnliche Strukturen“ (35) handle, scheint dies nicht empirische Realitäten differenziert aufzuarbeiten, sondern vielmehr zu vereinfachen und zu verzerren. Ähnlichen Narrativen folgend, beschreibt Tetzlaff die politische Führung Nigerias als „raffgierige außergesetzliche Militärregierungen“ innerhalb einer „insgesamt inkompetenten und dazu korrupte[n] Staatsklasse“ (275). Inwiefern diese abwertende Generalisierung zu einem tieferen Verständnis der regionalen Partikularitäten der Entwicklung der „Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft“ (ECOWAS) beitragen kann und unseren wissenschaftlichen Blick auf regionale Heterogenität schärft, steht zur Diskussion.

Ähnliche Narrative finden sich im Bezug zur „Afrikanischen Union“ (AU), Afrikas größer Regionalgemeinschaft. In diesem Kontext stellt Tetzlaff fest, dass die „Zahlungsmoral“ der afrikanischen Mitgliedsstaaten „traditionell schlecht“ (242) sei – allerdings ohne die Hintergründe und Zusammenhänge dieser fehlenden „Moral“ zu beleuchten und so ein tiefergehendes Verständnis regionaler Strukturen und Handlungsräume zu schaffen. Darüber hinaus stellt er fest, dass die Doppelmitgliedschaften von einigen Staaten in verschiedenen regionalen Zusammenschlüssen ein „immer noch aktuelles Problem“ (243) darstellen – ohne hierbei genauer auszuführen, worin die Schwierigkeiten liegen und welche politischen Herausforderungen sowie möglichen Chancen sich aus diesen Umständen ergeben. An diesen Punkten wären genauere Erläuterungen und Hintergrunddiskussionen wichtig, um den Blickwinkel auf afrikanische Integrationsprojekte und ihre Besonderheiten, ihre Chancen sowie Herausforderungen zu schärfen.

Anderen Autor:innen des Sammelbandes, wie Rolf Holfmeier vom „German Institute of Global and Area Studies“ (GIGA) in Hamburg, gelingt es diese Brücke zu bauen und differenziert zu erläutern, vor welchen Herausforderungen die „Ostafrikanische Gemeinschaft“ (EAC) steht und welche Hintergründe sowie historischen Entwicklungen diese bedingen. Besonders die ausdifferenzierte Betrachtung von verschiedenen Modi der Kooperation in diversen Politikfeldern wie Wirtschaft, Frieden und Sicherheit ermöglicht es, die Komplexität von regionaler Integration in diesen Kontexten zu verstehen und eröffnet die Möglichkeit für tiefergehende Auseinandersetzungen und Analysen mit Integration im Rahmen der EAC.

So bliebt zusammenfassend festzustellen, dass Grimmels und Jakobeits Sammelband eine wichtige Grundlage zum Verständnis von regionalen Integrationsprozessen liefert. Die Forderung, Integrationsprozesse stets in ihren jeweiligen kontextspezifischen Räumen zu analysieren und hierbei eine theoretisch-konzeptionelle Offenheit für Heterogenität und verschiedenartige Spielarten von Integration zu bewahren, spiegelt die grundlegenden Annahmen von neueren Theoriesträngen, getragen von Wissenschaftler:innen wie Acharya, wider. Besonders die jedem Kapitel beigefügten weiterführenden Fragen und Literaturempfehlungen ermöglichen den Leser:innen ihre eigene Auseinandersetzung mit Integration zu vertiefen. Insofern ist Grimmels und Jakobeits Werk ein hilfreicher Startpunkt für weiterführende Analysen. Im Sinne einer stärkeren citizen-governance Perspektive (439), bleibt zu hoffen, dass es zukünftigen Analysen gelingt, die Lebensrealitäten der lokalen Bevölkerungen und ihren Einfluss auf regionale Integration jenseits der Politik staatlicher Eliten stärker mitzudenken und somit unseren analytischen Blick, womöglich unter der Einbeziehung interdisziplinärer Methoden und Ansätze, zu weiten. Dieser Ansatz könnte ermöglichen, die Frage der „agency“ in Integrationsprozessen, besonders in Räumen hoher Mobilität, neu zu denken und zentrale Interdependenzen aufzuzeigen. Womöglich könnten uns diese und andere Ansätze, die Heterogenität und Diversität hierarchiefrei denken, auch entscheidend dabei helfen, den Geist der Europäischen Union als universelles Vorbild hinter uns zu lassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.